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Human Rights Due Diligence Info Portal

Glossar

A

Nach Section 1502 des im Juli 2010 in Kraft getretenen Dodd-Frank Act (Sec. 1502) müssen Unternehmen, die nach dem US-amerikanischen Gesetz über den Handel mit Wertpapieren berichtspflichtig sind, jährlich offenlegen, ob sogenannte „Konfliktmineralien“ (Tantal, Zinn, Gold und Wolfram), die für die Herstellung oder Funktion ihrer Produkte notwendig sind, aus der DR Kongo oder ihren Nachbarstaaten stammen. Ziel ist die Vermeidung der Finanzierung oder anderweitigen Unterstützung bewaffneter Gruppen in der DR Kongo oder ihren Nachbarstaaten (Angola, Burundi, Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Sudan, Tansania, Uganda, Zentralafrikanische Republik).

B

Formalisiertes gerichtliches oder außergerichtliches Beschwerdeverfahren im Zusammenhang mit Wirtschaft und Menschenrechten, von dem Einzelpersonen, Arbeitnehmer, Gemeinden und andere Rechteinhaber Gebrauch machen können, die sich durch bestimmte Geschäftstätigkeiten oder -prozesse beeinträchtigt sehen. Der Beschwerdemechanismus kann von den Unternehmen selbst, NROs, Multi-Stakeholder- oder staatlichen Organisationen bereitgestellt werden.

C

Eine menschenrechtliche Folgenabschätzung, die von der Zivilgesellschaft/lokalen Gemeinden in Zusammenarbeit mit Unternehmen durchgeführt wird. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Oxfam.

D

Produkte und Dienstleistungen, die sowohl bestimmungsgemäß im Sinne des Herstellers als auch für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden können. So kann ein Arzneimittel gegebenenfalls sowohl zur Heilung von Menschen als auch zur Folterung von staatlichen Gefängnisinsassen verwendet werden. Ein Bagger wiederum kann für Bauarbeiten eingesetzt werden oder zum Abriss von Siedlungen, um Platz für den Bau einer Eisenbahnlinie zu machen.

E

Damit ist gemeint, wie gut es dem Unternehmen im Rahmen seines menschenrechtlichen Risikomanagements gelingt, negative menschenrechtliche Auswirkungen zu verhüten, zu mindern bzw. wiedergutzumachen. Die Ergebnisse bzw. Fortschritte des Unternehmens auf dem Gebiet der Menschenrechte lassen sich nicht nur anhand der einschlägigen Vorschriften und Prozesse des Unternehmens, sondern auch anhand der praktischen Maßnahmen und Vorfälle beurteilen; dies entspricht beispielsweise der Vorgehensweise des Corporate Human Rights Benchmark.

Die Ende 2014 von der EU verabschiedete Richtlinie zur CSR-Berichterstattung verpflichtet börsennotierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern im Lage- bzw. Konzernlagebericht oder in einem gesonderten nichtfinanziellen Bericht ihre wesentlichen Risiken darzustellen, die im Hinblick auf Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung bestehen, und zudem Angaben zu machen, mit welchen Konzepten Unternehmen diesen Belangen begegnen.

Die Anfang 2017 verabschiedete EU-Verordnung zu Konfliktmineralien verpflichtet Unternehmen die Mineralien (Zinn, Wolfram, Tantal, Gold) in die EU einführen zu Sorgfaltsprüfungen ihrer Lieferanten. Große Hersteller müssen außerdem offenlegen, wie sie sicherstellen, dass die neuen Vorschriften schon an der Quelle eingehalten werden.

F

Das im März 2017 verabschiedete französische Gesetz über unternehmerische Sorgfaltspflichten (Loi relative au devoir de vigilance des sociétés mères et des entreprises donneuses d'ordre) verpflichtet französische Unternehmen, die mindestens 5000 MitarbeiterInnen (oder einschließlich Tochterunternehmen mit Sitz im Ausland mindestens 10 000 Angestellte) haben, mit angemessenen Maßnahmen Menschenrechts- und Umweltrisiken zu identifizieren und diesen vorzubeugen sowie öffentlich Rechenschaft darüber abzulegen.

G

Der Global Compact der Vereinten Nationen ist eine strategische politische Initiative für Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit und ihre Strategien mit zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung in Einklang bringen wollen. Als Lern- und Dialogplattform führt das Deutsche Global Compact Netzwerk Webinare, Workshops, Coaching-Maßnahmen und Schulungen durch, um diese zehn Prinzipien sowie die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu fördern.

H

Länder, in denen das Risiko einer vom Unternehmen verursachten negativen Auswirkung auf die Menschenrechte besonders hoch ist. Welche Länder dies sind, kann das Unternehmen bei namhaften NROs und staatlichen Stellen erfragen oder durch den Dialog mit der örtlichen Geschäftsführung und Geschäftspartnern in Erfahrung bringen.

Gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sind menschenrechtliche Risikobewertungen und Folgenabschätzungen ein unverzichtbarer Bestandteil der menschenrechtlichen Sorgfalt. Das Danish Institute for Human Rights definiert HRIA als „Prozess, der dazu dient, die negativen Auswirkungen eines Unternehmensprojekts oder einer unternehmerischen Maßnahme auf die Menschenrechte von betroffenen Stakeholdern wie Arbeitnehmern und lokalen Anwohnern zu identifizieren, zu verstehen, zu bewerten und zu addressieren.“ Eine menschenrechtliche Folgenabschätzung umfasst stets den Austausch mit Rechteinhabern und anderen Stakeholdern.

I

Die Erklärung über grundlegende Rechte bei der Arbeit (Declaration on Fundamental Principles and Rights at Work) der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labor Organization – ILO) verpflichtet die Mitgliedstaaten auf die in den acht ILO-Kernarbeitsnomen festgeschriebenen Grundsätze und Rechte. Diese beziehen sich auf vier Themenfelder, nämlich die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, die Beseitigung von Zwangs- oder Pflichtarbeit in jeder Form, die Abschaffung von Kinderarbeit sowie das Verbot von Diskriminierung in Bezug auf Beschäftigung und Beruf.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UDHR) geht auf das Jahr 1948 zurück. Die UDHR wurde durch den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (auch: Zivilpakt) (International Covenant on Civil and Political Rights – ICCPR) und den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (auch: Sozialpakt) (International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights – ICESR) kodifiziert. Zusammen bilden diese Dokumente die Internationale Menschenrechtscharta.

K

Konfliktsensibel bedeutet, dass das Unternehmen

(1) das Konfliktumfeld kennt, in dem es operiert;

(2) sich seiner potenziellen positiven und negativen Auswirkungen auf das Konfliktumfeld bewusst ist; und

(3) Strategien verfolgt, um zu vermeiden, dass neue Konflikte verursacht oder bestehende Konflikte verschärft werden, und jede Gelegenheit nutzt, um Frieden und Stabilität zu fördern. Diese Definition beruht auf der folgenden Publikation:  Andreas Graf & Andrea Iff, Conflict Sensitive Business, Review of Instruments and Guidelines, 2013.

Es gibt keine einheitliche Definition für diese Begriffe. Im Global Compact der Vereinten Nationen werden sie in verschiedenen Kontexten verwendet, unter anderem für Länder, Gebiete und Regionen, die politisch und gesellschaftlich so instabil sind, dass der Ausbruch eines gewaltsamen Konflikts wahrscheinlich ist; in denen es ggf. zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen kommt, auch wenn zurzeit noch kein gewaltsamer Konflikt herrscht; in denen zurzeit ein gewaltsamer Konflikt herrscht, wozu u.a. Bürgerkriege, bewaffnete Aufstände, Kriege zwischen Staaten und andere Formen der organisierten Gewalt zählen; oder die sich zurzeit in einer Übergangsphase zwischen einem gewaltsamen Konflikt und dem Frieden befinden. Diese Definition beruht auf: UN Global Compact Office / UN Principles for Responsible Investment, 2010, Guidance on Responsible Business in Conflict-Affected and High-Risk Areas.

Die UN-Leitprinzipien unterscheiden acht Kriterien für die Wirksamkeit von Beschwerdemechanismen: Legitimität, Zugänglichkeit, Berechenbarkeit, Ausgewogenheit, Transparenz, Vereinbarkeit mit den international anerkannten Menschenrechten, Förderung kontinuierlichen Lernens sowie, dass Sie auf Austausch und Dialog beruhen. Nähere Erläuterungen dazu finden Sie im UN-Leitprinzip 31.

M

Menschenrechte sind grundlegende Rechte und Freiheiten, die allen Menschen ohne Ausnahme zustehen. Jeder Mensch hat ohne Unterschied Anspruch auf die Wahrnehmung der Menschenrechte. Die Internationale Menschenrechtscharta (Universal Declaration of Human Rights und die zwei wichtigsten Pakte zu ihrer Umsetzung) sowie die International Labour Organization (ILO) core conventions definieren den zentralen Kern der international anerkannten Menschenrechte. Die Menschenrechte spezifischer Gruppen sind in gesonderten Übereinkommen verankert.

Die mehr als 30 Menschenrechte decken zahlreiche Lebensbereiche ab. Zu den Menschenrechten gehören beispielsweise:

  • das Diskriminierungsverbot
  • das Folterverbot
  • das Recht auf Vereinigungsfreiheit
  • das Recht auf Schutz der Persönlichkeit
  • das Recht auf gerechte und günstige Arbeitsbedingungen
  • das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard
  • das Recht auf Gesundheit

In dem Maße, wie soziale Normen sich zu allgemein anerkannten Menschenrechten entwickeln, entstehen im Laufe der Zeit neue Menschenrechte, wie beispielsweise das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser.

Menschenrechtliche Auswirkungen liegen vor, wenn eine Handlung oder Maßnahme einen Menschen oder eine Gruppe in der Ausübung seiner/ihrer Menschenrechte beeinträchtigt. Tatsächliche menschenrechtliche Auswirkungen sind bereits eingetreten oder finden derzeit statt. Potenzielle menschenrechtliche Auswirkungen – auch als menschenrechtliche Risiken bezeichnet – können zwar eintreten, sind es aber noch nicht.

Grundsätzlich kann das Verhalten eines Unternehmens Auswirkungen auf alle Menschenrechte haben. Beispiele:

  • Ein Unternehmen verzichtet auf die Ausgabe einer geeigneten Schutzausrüstung, so dass die Mitarbeiter unmittelbar gesundheitsschädlichen Stoffen ausgesetzt sind.
  • Ein Unternehmen bezieht Produkte von einem Lieferanten, der die Reisepässe seiner Arbeiter einzieht oder weibliche Mitarbeiter als Einstellungsvoraussetzung dazu zwingt, sich einem Schwangerschaftstest zu unterziehen.
  • Eine Bank gewährt einem Unternehmen einen Kredit für ein Projekt, bei dem Wälder, die der Lebensraum indigener Bevölkerungsgruppen sind, illegal abgeholzt werden.
  • Eine Firma bezieht Produkte von einem Unternehmen, dessen privater Sicherheitsdienst brutal gegen streikende Arbeitnehmer vorgeht.
  • Ein Unternehmen liefert ein Produkt an eine Regierung, die das Produkt zum Foltern von Menschen verwendet.
  • Eine Firma setzt gezielt Unterauftragnehmer ein, um seine Arbeitnehmer an der Bildung von Gewerkschaften zu hindern.

Potenzielle menschenrechtliche Auswirkungen, die eintreten können, aber noch nicht eingetreten sind.

Unverzichtbarer Bestandteil menschenrechtlicher Sorgfalt gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Bei einer menschenrechtlichen Risikoanalyse wird ermittelt, wie groß das Risiko ist, dass ein Unternehmen durch seine Standorte, Prozesse, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsbeziehungen und insbesondere seine Lieferketten negative menschenrechtliche Auswirkungen verursacht. Während bei einer menschenrechtlichen Folgenabschätzung stets ein direkter Austausch mit den Rechteinhabern stattfindet (siehe oben), greift man bei einer Risikobewertung zunächst in der Regel auf öffentlich verfügbare Informationen sowie auf im Unternehmen vorhandenes Fachwissen über menschenrechtliche Risiken zurück. Siehe dazu auch Schritt 2 – Potentielle Auswirkungen erfassen.

Bei menschenrechtlichen Sorgfaltsprozessen handelt es sich um kontinuierliche Managementprozesse, mit denen ein Unternehmen dafür sorgt, dass es seiner Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte gerecht wird. Die Ausgestaltung dieser Sorgfaltsprozesse hängt von der Größe, der Branche, den operativen Rahmenbedingungen und dem individuellen menschenrechtlichen Risikoprofil eines Unternehmens ab. Sorgfaltsprozesse helfen Unternehmen dabei, seine menschenrechtlichen Risiken und Auswirkungen kontinuierlich zu ermitteln und auszumachen, welche Maßnahmen notwendig sind, um diese zu mindern bzw. zu verhüten.

Beschreibt die menschenrechtlichen Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit oder den Geschäftsbeziehungen eines Unternehmens zusammenhängen können. Ihr Unternehmen ist beispielsweise höheren menschenrechtlichen Risiken ausgesetzt, wenn es Standorte in Ländern mit höheren menschenrechtlichen Risiken oder gar in Konfliktgebieten hat oder wenn es Waren und Dienstleistungen aus solchen Regionen bezieht, seine Produkte/Leistungen dorthin verkauft oder sonstige Geschäftsbeziehungen in solche Regionen pflegt, es Produkte oder Dienstleistungen herstellt oder anbietet, die bekanntermaßen ein Risiko von Produktmissbrauch mit sich bringen, zur Herstellung seiner Produkte viel körperliche Arbeit im Rahmen komplexer Lieferketten erforderlich ist oder es Wanderarbeitnehmer oder (Sub-)Auftragnehmer in Märkten beschäftigt, die bekanntermaßen ein höheres Risiko für Arbeitsausbeutung mit sich bringen.

Maßnahmen zur Verringerung des Umfangs bereits eingetretener negativer Auswirkungen. Die danach verbleibenden Restfolgen müssen dann durch entsprechende Wiedergutmachungsmaßnahmen beseitigt werden. Im Zusammenhang mit potenziellen Auswirkungen bezieht sich der Begriff auf Maßnahmen, durch die die Eintrittswahrscheinlichkeit für bestimmte negative Auswirkungen verringert wird.

N

In dem im Dezember 2016 von der Bundesregierung verabschiedeten Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP), welcher der Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte dient, verankert die Bundesregierung ihre Erwartung, dass deutsche Unternehmen die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht einhalten und Menschenrechte entlang ihrer Liefer- und Wertschöpfungsketten achten.

Eine negative menschenrechtliche Auswirkung liegt vor, wenn eine Handlung oder Maßnahme einen Menschen an der Ausübung seiner Menschenrechte hindert oder ihn darin beeinträchtigt. Ein Unternehmen, das die Wasserquelle einer Gemeinde verschmutzt, hat somit potentielle negative Auswirkungen auf das Recht auf Gesundheit, Wasser und möglicherweise Leben der örtlichen Einwohner. Die Menschenrechte zu achten, bedeutet für ein Unternehmen also, die Menschenrechte anderer durch seine Geschäftstätigkeit nicht einzuschränken bzw. bei Eintritt eines Schadens angemessen zu reagieren.

Das im Februar 2017 im niederländischen Parlament verabschiedete Gesetz zu der Sorgfaltspflicht zur Vermeidung von Kinderarbeit verpflichtet alle (auch ausländische) Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen an niederländische Endverbraucher liefern bzw. erbringen zur Abgabe einer Stellungnahme, ob in ihrer Lieferkette Kinderarbeit vorkommt und ob sowie welche Maßnahmen sie dagegen ergreifen.

O

Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen stellen weltweit eines der wichtigsten Instrumente zur Förderung von verantwortungsvoller Unternehmensführung dar. Für Unternehmen bieten sie einen Verhaltenskodex bei Auslandsinvestitionen und für die Zusammenarbeit mit ausländischen Zulieferern. Sie beschreiben, was von Unternehmen bei ihren weltweiten Aktivitäten im Umgang mit Gewerkschaften, im Umweltschutz, bei der Korruptionsbekämpfung oder der Wahrung von Verbraucherinteressen erwartet wird.

P

Ein potenziell betroffener Rechteinhaber ist ein Individuum, dessen Menschenrechte durch die Tätigkeit, die Produkte oder die Dienstleistungen eines Unternehmens gegebenenfalls beeinträchtigt werden. Bestimmte Auswirkungen, beispielsweise die Verunreinigung von Trinkwasser durch chemische Abfälle, können auch zu Lasten ganzer Gemeinden oder Gruppen gehen.

Verwendung eines Produkts in einer Art und Weise, die vom Hersteller nicht vorgesehen ist (nicht bestimmungsgemäß) und die Nutzer oder andere Menschen gefährdet.

R

Individuum, dessen Menschenrechte durch die Tätigkeit, die Produkte oder die Dienstleistungen des Unternehmens gegebenenfalls beeinträchtigt werden.

S

In UN-Leitprinzip 18 ist festgelegt, dass die Ermittlung der menschenrechtlichen Auswirkungen eines Unternehmens „sinnvolle Konsultationen mit potenziell betroffenen Gruppen und anderen in Betracht kommenden Stakeholdern“ umfassen sollte. Im Kommentar zu Leitprinzip 18 wird ausgeführt: „Damit Wirtschaftsunternehmen ihre menschenrechtlichen Auswirkungen richtig einschätzen können, sollten sie bemüht sein, die Anliegen potenziell betroffener Stakeholder zu verstehen, indem sie sie direkt und auf eine Weise konsultieren, die sprachliche und andere denkbare Hindernisse für einen effektiven Austausch berücksichtigt. Sind solche Konsultationen nicht möglich, sollten Wirtschaftsunternehmen zumutbare Alternativen in Erwägung ziehen, wie etwa die Konsultation glaubwürdiger, unabhängiger, sachverständiger Ressourcen, darunter Menschenrechtsverteidiger und andere Vertreter der Zivilgesellschaft.“

Prüfungen, mit denen ermittelt wird, welche Auswirkungen Infrastruktur- und Investitionsprojekte oder Entwicklungsmaßnahmen auf Umwelt und Gesellschaft haben. Sozial- und Umweltverträglichkeitsprüfungen werden von öffentlichen Akteuren und Unternehmen durchgeführt.

U

Der Ende 2015 verabschiedete UK Modern Slavery Act verpflichtet Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 36 Millionen Pfund, die Geschäfte in Großbritannien tätigen, eine jährliche Stellungnahme zu veröffentlichen, in der sie ihre Maßnahmen zur Verhinderung von Zwangsarbeit und Menschenhandel innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette beschreiben. Falls ein Unternehmen bisher keine Maßnahmen ergriffen hat, muss dies ebenfalls offengelegt werden.

Die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte  (UN-Leitprinzipien) wurden 2011 vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen einstimmig verabschiedet. Darin wird die grundlegende gesellschaftliche Erwartung formuliert, dass Unternehmen die Menschenrechte achten – also keine nachteiligen Auswirkungen auf die Menschenrechte haben sollen. Die Menschenrechte bieten damit einen universell anerkannten Maßstab, an dem sich Unternehmen und Regierungen immer häufiger messen lassen und gegenüber der Zivilgesellschaft verantworten müssen. Die UN-Leitprinzipien haben die Debatte um Nachhaltigkeit sowie die Politikgestaltung auf EU- und nationaler Ebene bereits beeinflusst: So haben einzelne Regierungen Nationale Aktionspläne entworfen, um die UN-Leitprinzipien umzusetzen – siehe auch Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte. Außerdem haben sich zahlreiche Unternehmen dazu verpflichtet oder bereits damit begonnen, die UN-Leitprinzipien praktisch umzusetzen.

Von Unternehmen wird unabhängig von Ihrer Größe, Branchenzugehörigkeit oder sonstigen Rahmenbedingungen erwartet, dass sie Menschenrechte achten. Die Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte geht über die Einhaltung von nationalen Rechtsvorschriften hinaus. Die Menschenrechte zu achten, bedeutet, dass ein Unternehmen darauf hinwirkt, negative menschenrechtliche Auswirkungen zu verhüten und bereits eingetretene Auswirkungen zu mildern beziehungsweise je nach Zusammenhang Zugang zu Abhilfe und Wiedergutmachung zu gewährleisten. Hierzu bedarf es für viele Unternehmen eines Mentalitätswandels: Es gilt, die menschenrechtlichen Risiken, denen andere durch das Unternehmen ausgesetzt sind in den Blick zu nehmen – und nicht nur auf die Risiken für das Unternehmen selbst zu schauen.

Menschenrechte zu achten ist keine passive Verantwortung. Vielmehr müssen Unternehmen Richtlinien und Prozesse einführen, um negative menschenrechtliche Auswirkungen zu erkennen, zu verhindern, zu mindern und wiedergutzumachen. Diese Verantwortung bezieht sich nicht nur auf die negativen menschenrechtlichen Auswirkungen der eigenen Tätigkeit des Unternehmens, sondern auch auf negative Auswirkungen, die mit Standorten, Produkten und Leistungen, Geschäftsbeziehungen zu Staaten und Kunden oder zu anderen Firmen in der Lieferkette zusammenhängen. Außerdem erstreckt sich die Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte auf alle Menschenrechte, denn jedes Unternehmen kann durch sein Verhalten potentiell Auswirkungen auf das gesamte Spektrum der Menschenrechte haben.

V

Grundsätze, die Rohstoffunternehmen dabei unterstützen, die Sicherheit ihrer Geschäftstätigkeit zu gewährleisten und dabei die Menschenrechte zu achten. Die Voluntary Principles on Security and Human Rights wurden im Jahr 2000 definiert.

W

Die Menschenrechte, die durch die Tätigkeit oder die Geschäftsbeziehungen des Unternehmens am stärksten gefährdet sind. Ein typisches wesentliches Menschenrechtsthema, mit dem beispielsweise ein Pharmaunternehmen umzugehen hat, besteht in der Beeinträchtigung des Rechts auf Gesundheit. Ein IT-Unternehmen wiederum kann durch seine Tätigkeit das Recht auf Schutz der Persönlichkeit sowie das Recht auf freie Meinungsäußerung gefährden. Für einen Lebensmittelhersteller ist es wichtig herauszufinden, wie es in seiner Lieferkette um die Achtung der Arbeitnehmerrechte bestellt ist und welche Auswirkungen seine Geschäftstätigkeit auf die Nutzung von Wasser und Land sowie auf die Gesundheit der Verbraucher hat. Näheres hierzu erfahren Sie in diesem Video des Berichtsrahmens für die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.

Die Begriffe „Korrektur“, „Abhilfe“ oder „Wiedergutmachung“ beziehen sich auf eine Handlung oder einen Vorgang zur Behebung eines Fehlers oder Mangels. In diesem Zusammenhang geht es um Maßnahmen, die dazu dienen, negative menschenrechtliche Auswirkungen wiedergutzumachen bzw. auszugleichen. Dabei sind unterschiedliche Formen der Wiedergutmachung denkbar. Diese umfassen u.a. eine einfache Entschuldigung, die Wiederherstellung von Rechten, eine Rehabilitierung, finanzielle und nicht finanzielle Entschädigungen, Sanktionen, einstweilige Verfügungen sowie die Garantie der Nichtwiederholung.

Z

Siebzehn von den Vereinten Nationen im September 2015 verabschiedete Entwicklungsschwerpunkte und -ziele, die bis 2030 weltweit erreicht werden sollen. Die 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die 17 Ziele sind unteilbar und bedingen einander und richten sich gleichermaßen an Regierungen, Unternehmen sowie die Zivilgesellschaft. Nähere Informationen über die Ziele für nachhaltige Entwicklung finden Sie auf der Website SDG Compass – A Guide for Business Action on the SDGs.